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Zwischen Himmel und Heide gibt es heute einen neuen Geschmack „Wilde 13“. Äpfel und Wacholderbeeren sind so kombiniert, dass ein ginartiges Aroma entsteht. Lassen Sie ihre Sinne kosten und sich von diesem bodenständigen Obstbrandgemisch begeistern.

Die „Wilde 13“ gibt es ab sofort im Rüter’s Hotel & Restaurant, Hauptstr. 1 21376 Salzhausen, zu trinken.

Wenn Sie eine Flasche direkt im Laden kaufen wollen dann ist „Schnaps – kein Honig“ in der Lindenstraße 6, 21266 Jesteburg eine neue Adresse für „Wilde 13“.

Der Name „Wilde 13“ ist neben der Wanderstrecke link:

https://www.alpenvereinaktiv.com/de/tour/wilde13-von-lueneburg-bis-stade-in-5-etappen/109188261/

jetzt auch verwendet für eine 163 km Motorradroute im Landkreis Harburg für die „Wilde 13 Mühlen Tour“ , hier der link: https://www.routeyou.com/de-de/route/view/7231840/motorrad-und-autoroute/wilde13-muhlentour-lk-harburg

Es gibt zwei neue Motorradrouten durch die Nordheide für die schönen Tage im Herbst, hier die Links dazu:

https://www.routeyou.com/de-de/route/view/7983248/motorradroute/route-nordheide-wilde13-pure-172-km

https://www.routeyou.com/de-de/route/view/7988956/motorrad-und-autoroute/route-nordheide-wilde13-long-drink-220-km

Die „Wilde 13 Mühlen Tour“ wurde aufgeteilt in drei fast gleiche Routen für das Fahrrad. Wer diese Routen fahren möchte findet hier den Track.

Bicycle Route Süd Mühlentour- 65km: https://www.komoot.de/tour/207598503/

Bicycle Route Ost Mühlentour- 68 km: https://www.komoot.de/tour/207598148

Bicycle Route West Mühlentour- 65 km: https://www.komoot.de/tour/207597967

Viel Spaß dabei.

Story 2/13

Zauberhafter Duft

Tief unten in dem dunklen, feuchten Keller war das Reich des kleinen, buckligen Männchens. Dort, zwischen den hölzernen Regalen mixte er mit seinen übergroßen Händen die zaubervollsten Düfte, liebliche Kreationen für die edlen Damen, in der fernen Welt dort oben. Kaum Jemand bekam den Künstler zu Gesicht. Nur bei den seltenen Gelegenheiten bei denen er seinen kleinen Laden in dem dreckigen, stinkenden und lärmenden London des Endenden neunzehnten Jahrhunderts öffnete. Dann gaben sich die reichsten und schönsten Damen der edlen Gesellschaft die Klinke in die Hand. Das Parfümhandwerk war eine Gabe, die sich über Jahrhunderte in seiner Familie fortgesetzt hatte. Man konnte sich kaum vorstellen, dass in dieser schauerlichen Umgebung des dunkel-feuchten Kellers solch eindrucksvolle Werke entstehen konnten. Conrad wurde der Zwerg mit der riesigen Nase genannt, der in einem orientalischen Gehrock gekleidet sein kleines Reich durchwatschelte um den Geist für neue Gedanken und Ideen zu öffnen. Für ihn war dies der beste Platz. Nichts konnte ihn stören. Er war alleine mit dem Extrakt, den sein feiner Riechsinn gerade analysierte und zerlegte, den sein Gehirn aufsog und der ihn weg trug in ferne Welten, über die er nur aus Zeitungsberichten und Erzählungen erfuhr. Dunkles Tannengrün entführten ihn in die tiefen Wälder Kanadas, Leder brachte ihm die rauen Steppen Paraguays in den Keller, lieblicher Lavendel den Charme Südfrankreichs. Für ihn war jeder Duft ein individuelles Erlebnis, den es aufzusaugen und zu erforschen galt. Seine feine Kundschaft, die edlen Damen, wünschten sich indes nur den einen ultimativen Duft: fein, lieblich und anziehend, betörend in seiner Wirkung. Aphrodisierend sollte er sein.

Auf der Suche nach neuen Kreationen hatte Conrad einen Gehilfen: Ismael. Ismael, der Weltenbummler, schaffte es immer wieder ihn mit neuen, exotischen Substanzen zu verblüffen. Conrad wusste nicht wie er an diese edlen Stoffe und Substanzen gelangte, doch das konnte ihm am Ende egal sein. Das Ergebnis zählte. Ismael war sein Schlüssel in die Welt, er war Inspiration und Quelle seiner Kreativität. Erst vor kurzem, es war eine stürmische Nacht in der Stadt an der Themse, da zog Ismael ein gut geschütztes Päckchen aus seinem Koffer hervor. In Erde gebettet stand sie auf dem schweren Arbeitstisch vor ihnen. Etwas Schöneres hatten die Beiden noch nie gesehen. Die Pflanze war ihnen fremd, kein Lexikon gab einen Hinweis auf dieses wunderschöne Wesen. Selbst Ismael, der viel belesene und weit gereiste, wusste nichts über ihre Herkunft. Er hatte sie auf einem orientalischen Markt von einem alten Druiden erstanden. Die Blume verbarg ein Geheimnis, das war alles was er dazu berichten konnte. Sie war so schön. Am oberen Ende des langen, eleganten Stiels befand sich die Blüte aus rosafarbenen Blättern – fein geschwungen, einem Venushügel gleich. Conrad berührte die zarte, schamlippenförmige Blütenöffnung mit seinem Finger, die ihn sogleich umschloss. Ihm war als ob der Blütenstempel begann an ihm zu saugen. Ein wohliges Gefühl breitete sich über den Finger in seinen Körper aus. Conrad wusste sofort, dass diese Blume etwas Besonderes verbarg. Das Bukett das sie versprühte war einmalig, geradezu perfekt. Es war so vollendet, dass es ohne weitere Zusätze und Mixturen als Odeur für die feinen Damen verwendet werden konnte. Der Duft der Blüte war so intensiv, dass Conrad nicht viel Aufwand haben würde um ihre Essenz zu extrahieren. Dennoch würde er dem wunderschönen Wesen Schmerzen zufügen müssen. Er würde es zerschneiden, in Wasser auflösen, zerdrücken, zerstampfen und zerpressen müssen. Bis er jedoch an ihr Innerstes, die reine Duftessenz gelangte, sollte es noch verbrannt und destilliert werden. Conrad würde die Schönheit grausam ermorden müssen.

In der Hektik des beginnenden zwanzigsten Jahrhunderts, zwischen all den Pferdekutschen und Eselkarren, strahlte das nostalgische Flair seines Ladens Ruhe aus. Die einfallenden Sonnenstrahlen versetzten den Ort in ein pastellfarbenes Licht. Wohltuende Wärme breitete sich aus. Schwebende Staubkörnchen zwischen den Gefäßen, Fläschchen und Flakons funkelten wie Feenstaub in dem Raum. Die Damen liebten diese märchenhafte Atmosphäre. Conrad, der Gnom, musste auf einen extra angefertigten Hocker hinter dem Tresen steigen um seine edle Kundschaft zu bedienen. Heute empfing er nur eine Kundin. Die Frau des Bürgermeisters, Lady  Kimberly, war immer noch eine attraktive Frau, wenngleich die Schönheit ihrer Jugend schon verblasste. Sie suchte für den Ballabend am kommenden Wochenende etwas besonderes, einen berauschenden Duft. Ihr wollte Conrad seine neueste Kreation anbieten.

Es war ein rauschendes Fest in einer außergewöhnlich schwül-warmen Sommernacht. Lady Kimberly war wie verzaubert, ihr Plan schien aufzugehen. Das Parfüm zeigte bei der Gattin des Bürgermeisters seine gewünschte Wirkung. Der Schönling mit dem sie unauffällig in die Nacht verschwand war etwa 30 Jahre jünger als sie. Es war eine wundervolle Liebesnacht mit einem Unbekannten, weiche Berührungen und zarte Liebkosungen. Am nächsten Morgen erwachte Lady Kimberly im Bett eines schäbigen Hotels. Eine Unterkunft für die man bezahlte aber dafür keine Fragen gestellt bekam. Sie war allein. Glücklich und mit einem ungewohnt wohltuenden Völlegefühl reckte sie sich dem sonnigen Morgen entgegen. Da streifte ihr müder Blick die am Boden liegenden Kleider. Ihr markerschütternder Schrei zerriss die sonntägliche Stille. Grauen, Entsetzen und Angst zeichneten sich in Lady Kimberlys Gesicht ab. Blut! Überall! Auf den Kleidern, an der Wand und auf ihrem Körper – an Armen, Beinen und im Gesicht.

Etwa zur gleichen Zeit traf Graham Cunningham an dem Tatort, in den engen, stinkenden Gassen des Hafenviertels ein. Cunningham wurde nur in besonderen Fällen von den Ermittlern des Scottland Yards hinzugezogen. Der erfahrene Arzt, hatte noch nie eine solch grausam verstümmelte Leiche gesehen. Horden von Fliegen hatten sich bereits in das Fleisch der offenen Wunden eingenistet. Es roch streng. Selbst er, der diesen scharfen, stechenden Verwesungsgeruch gewöhnt war, musste einen Würgereiz unterdrücken. Cunningham hielt sich ein parfümiertes Tuch vor die Nase bevor er den nackten toten Körper untersuchen konnte. Das Blut aus dem offenen, zerfetzten Hals hatte den Boden unter dem Opfer dunkelrot gefärbt. Der Bauch war aufgerissen, die Innereien zerfleischt, Arme und Beine waren angenagt. Als ob ein wildes Tier den jungen Mann ausgeweidet hätte. Dieser Fall würde nicht leicht werden. Es war jedoch die unzweifelhafte Erkenntnis die den abgebrühten Cunningham erschaudern ließ. Die Spuren stammten nicht von einem Tier, hier hatte ein Mensch geaast!

Der erschütterte Arzt hatte die Untersuchung an dem jungen Opfer abgeschlossen. Er hatte jedoch nicht bemerkte wie neben ihm, zwischen dem blutgetränkten Pflastersteinen, ein kleiner Pflanzenspross dem Sonnenlicht entgegen strebte.

Auszug von „Pocket-Stories to go“ von Günther Sigmund; www.sigmund-der-schreibt.de