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"Wilde 13" News / Serviervorschläge / Stories

Wilde 13 – News

Zwischen Himmel und Heide gibt es einen neuen Geschmack “Wilde 13”. Herbstprinzäpfel und Wacholderbeeren sind so kombiniert, dass ein ginartiges Aroma entsteht. Lassen Sie ihre Sinne kosten und sich von dieser bodenständigen Spirituose – Apfelbrand aus Buchholz in der Nordheide (Heidschnuckenweg) begeistern.

Die “Wilde 13” gibt es ab sofort im Rüter’s Hotel & Restaurant, Hauptstr. 1, 21376 Salzhausen, zu trinken.

Wenn Sie eine Flasche “Wilde 13” direkt im Laden kaufen wollen dann ist die folgende Adressen möglich: “Schnaps – kein Honig”, Lindenstraße 6, 21266 Jesteburg.

Die passende Wanderstrecke “Wilde 13” ist hier zufinden: https://www.komoot.de/tour/165438489

Eine Fahrradroute “Wilde 13” gibt es auch:

https://www.komoot.de/tour/278391048

Viel Spaß dabei.

Stories 10/13

Müde

Die Sonne schafft es an diesem Morgen gerade noch rechtzeitig zu ihrem eigenen Aufgang. Träge schleppt sie sich über den Horizont um den Tag mit dem Restglühen ihres Abendrots einzuleiten. Hoffentlich würde sie ihr frisch-froh-gelbes Strahlen heute noch erreichen, möchte man ihr wünschen.

Die Rollladenkonstruktion muss von dessen Erfinder noch mal überdacht werden, überlege ich, als mich der durchgedrungene Schein zum Aufstehen zwingt. Mit schweren Gliedern schleppe ich mich zu der Jalousie und sammle meine im Schlaf verbrauchten Kräfte um die Lichtflut des Tages herein zu lassen. Vorhersehbarer Fehler! Stelle fest, dass die Reaktionszeiten der Augenlider und der Pupillen wesentlich kleiner sind als die Lichtgeschwindigkeit. Endlich haben sich meine Augen zu einem Minimalspalt zusammen gezogen. Zu spät, die mir unwillkommene Energie reizt ein Auge zu Tränen. Nach so viel Aufregung möchte ich am liebsten wieder umdrehen und ins Bett. Die drückende Hitze, bereits so früh am Morgen, lässt alles ermatten. Die kleinste Bewegung treibt Schweiß aus den Poren. Nur keine Anstrengung. Eine Hummel zieht an dem offenen Fenster vorbei – gaaanz langsam und bedächtig, gerade noch in der Luft haltend, kurz vor einem trudelnden Absturz, so scheint es. Ihr unregelmäßiges Brummen setzt manchmal aus, wie ein stotternder Motor – ich kann ihr nachfühlen. Hebe nur leicht den Arm und winke ihr schläfrig nach. Bemerke wie die Blumen anfangen ihren Duft abzugeben. War dieser vorher schon da oder haben die Pflanzen extra auf mich gewartet? Könnte ich verstehen, nur nicht zu früh mit der Arbeit beginnen. Ein wohltuender Kaffeegeruch mischt sich dazwischen. Unglaublich mit welcher Energie manche Leute den Tag beginnen. Selbst die Vögel wollten nicht richtig wach werden. Mit trägem Flügelschlag erreicht eine Lärche gerade noch den rettenden Ast. Ihren Gesang hat sie eingestellt – zu anstrengend! Hunde und Katzen liegen faul nebeneinander am Straßenrand. Müde Leute und müde Kinder schleppen sich an ihnen vorbei. Die Einen zur Arbeit, die Anderen zur Schule. Hoffentlich erreichen sie ihr vorgewähltes Ziel. Lahme Bewegungen im gleichmäßigen Trott, Zeitlupengleich. Gespräche sind auf das Notwendigste reduziert. Nicht stören, den Rhythmus beibehalten um die innere Ruhe zu bewahren. Werde mich auch gleich – bald – in den Strom einordnen. Muss wieder gähnen, der Morgenkaffee hat keine Wirkung gezeigt.

Der Schlummer setzt sich im Büro fort, nur eine arbeitet jetzt mit voller Leistung: Die Sonne! Das hätte ich vor kurzem noch nicht von ihr erwartet. Heißer, drückender, lähmender wird die Atmosphäre. Die flimmernde Luft steht still und lässt selbst den trocken roten Staub schläfrig liegen. Die Welt hängt Schlaff herum, will nicht so recht in Schwung kommen. Viel zu langsam schreitet der Tag voran. Endlich naht die Mittagszeit. Halbzeit! Pause! Ein wenig über den Markt schlendern und den müden Verkäufern und dem faul daliegendem Obst zusehen. Gerne würde ich ein Nickerchen machen aber es ist zu heiß, die Kleidung klebt am Körper – unangenehm. Mag mich nicht setzen, mag nicht stehen und mag schon gar nicht gehen. Füße so schwer wie Blei. Schleppe mich weiter über den tränigen Tag bis zum Feierabend. Durch die flirrende Hitze bringen gemächlich rollende Busse die geschafften Menschen zurück in ihre Behausungen.

Pünktlich um 18:00 Uhr verschwindet die Sonne hinter den fernen, geruhsamen Bergen. Endlich ist es Dunkel, bald würden die Bars und Restaurants öffnen. Na dann: Frisch machen und schicke Kleider an, die Nacht beginnt. Nicht mehr lange bis der Trubel Jung und Alt, Hund und Katz wieder zum Tanzen, Lachen und Freuen verführen wird. Bis zum nächsten müden Tag, in diesem nicht enden wollenden Paradies.